Das Love Project setzt sich ein für eine kreative und souveräne Nutzung des öffentlichen Raumes (analog und digital), damit Barrieren und Bubbles abgebaut werden und mehr Miteinander entstehen kann.
Das Internet gehört allen. Doch viele digitale Dienste sind für gemeinnützige, öffentliche oder Quartier-Organisationen nicht geeignet.
Das Love Project engagiert sich für mehr Awareness, Förderung und Verbreitung von geeigneter Software für den öffentlichen und gemeinnützigen Raum.
Zugang ist eine Voraussetzung für die Mitgestaltung und Nutzung. Wer von digitalen oder physischen Räumen ausgeschlossen wird, kann weder gestalten noch mitentscheiden. Offenheit bedeutet nicht nur, dass Türen nicht verschlossen sind. Sie bezeichnet auch das Wissen, wo die Türen sind und wie man sie öffnet.
Wer die Werkzeuge kontrolliert, kontrolliert auch die Möglichkeiten. Wir setzen auf Open-Source-Technologien: Was öffentlich genutzt wird, soll auch öffentlich einsehbar sein. Closed-Source im öffentlichen Raum ist ein Widerspruch in sich.
Privatsphäre ist die Voraussetzung für Freiheit im öffentlichen Raum. Menschen müssen sich digital wie analog bewegen, äussern und begegnen können, ohne durchgehend erfasst, identifiziert oder ausgewertet zu werden. Der Schutz personenbezogener Daten ist ein Grundrecht, das es im öffentlichen Raum aktiv zu wahren gilt, statt zuzulassen, dass es schleichend untergraben wird.
Wir setzen uns für Datensparsamkeit, Zweckbindung und den Schutz vor Überwachung ein: Wenn, dann sollen nur jene Daten erhoben, die für einen klaren, legitimen Zweck nötig sind, und sie dürfen nicht darüber hinaus genutzt oder weitergegeben werden.
Intransparenz schafft ein Machtungleichgewicht. Der Umgang mit Daten im öffentlichen Raum (digital und analog) soll verständlich und transparent sein. Dies umfasst die Art und Weise, wie Daten erhoben, genutzt, gespeichert und weitergegeben werden. Algorithmen, Verwaltungsstrukturen und Planungsprozesse müssen nachvollziehbar, erklärbar und öffentlich zugänglich sein.
Ohne Transparenz kann kein Vertrauen entstehen.
Die Kontrolle über Raum und Daten sollten die anwohnenden oder nutzenden Menschen haben und nicht Institutionen oder Firmen hinter Plattformen.
Wir setzen uns für echte Souveränität ein: die Fähigkeit von Einzelpersonen und Gemeinschaften, zu verstehen und zu entscheiden, wie ihre Daten, ihre Präsenz und ihre Umgebung genutzt werden. Dies umfasst Datensouveränität, räumliche Souveränität sowie das Recht auf eine wirksame Einwilligung oder Widerruf.
Ein Raum, der nicht für alle zugänglich ist, ist nicht wirklich offen.
Universelle Barrierefreiheit ist ein zentrales Gestaltungsprinzip. Inklusives Design spricht verschiedene Altersgruppen, Zielgruppen und Fähigkeiten gleichsam an – sowohl digital als auch analog.
Benutzerfreundlichkeit bedeutet Würde. Schnittstellen, Systeme und Umgebungen sollen intuitiv, konsistent und nutzerzentriert sein und keine Barriere für Teilhabe oder Teilgabe darstellen.
Wir sind überzeugt, dass öffentliche und gemeinnützige Räume, seien es Plätze, Gebäude, Software oder digitale Plattformen, bewusst für die Gemeinschaft geöffnet und gemeinschaftlich belebt und behütet werden sollten.
Wir wünschen uns mehr Räume, die Menschen und Gemeinschaften dienen und nicht Systemen, Profit oder stiller Verwaltung: Räume, die offen, transparent und von denjenigen mitgestaltet sind, die sie tatsächlich nutzen. Es gibt bereits Beispiele: Orte, Tools und Menschen, die genau daran arbeiten. Das Love Project will Teil dieser Bewegung sein, sie massgeblich stärken und in die Zukunft tragen.
Das Love Project unterstützt und ermutigt Gemeinschaften, öffentliche und gemeinnützige Akteure, die noch nicht die Werkzeuge, Modelle oder das Selbstvertrauen gefunden haben, ihre eigenen digitalen und physischen Räume zu gestalten oder zu öffnen.
Sam Schneider
Sally De Kunst
«Wir bauen an einer Zukunft, in der digitale und physische öffentliche Räume nicht von oben kontrolliert und vom Stärkeren dominiert, sondern von ihren Nutzer:innen gemeinschaftlich, kreativ und inklusive gestaltet werden.»
Wer darf die Räume gestalten, in denen Gemeinschaft entsteht? Lange Zeit war das eine rein physische Frage: der Platz, die Strasse, der Treffpunkt. Heute findet Gemeinschaft genauso im digitalen Raum statt. Der Raum hat sich verdoppelt.
Wenn Quartierbewohnende einen physischen Platz zurückzugewinnen, die Kommunikation aber über WhatsApp läuft, die Organisation über Facebook, dann wurde das Kopfsteinpflaster zurückerobert, aber die digitalen Daten gehören jemand anderem.
Das Analoge und das Digitale sind nicht zwei Dinge, sondern zwei Sphären des Raumes zwischen Menschen.
Digitale Infrastruktur ist öffentlicher Raum.
Hier werden Entscheidungen getroffen, hier entsteht Vertrauen, hier drückt sich Zugehörigkeit aus. Es kommerziellen Plattformen zu überlassen ist das digitale Pendant dazu, einen Investor den Dorfplatz kaufen zu lassen.
In der Praxis werden Nutzende oft vor vollendete Tatsachen gestellt. Dafür gibt es Alternativen:
Beispiele:
Hast Du Ideen, Fragen oder möchtest Du gemeinsam etwas starten? Wir sind ganz Ohr.